Bisher für mich nur aus diversen Hollywood-Streifen bekannt, hörte ich vor kurzem das Mantrailing nun auch in Deutschland (immerhin schon seit vier Jahren) intensiver betrieben wird. Praktiziert wird dies überwiegend von Rettungshundstaffeln und Dinesthundführenden Behörden.
An dieser Stelle wollte ich eigentlich eine kleine Einführung in das Thema Mantrailing geben um zu erklären worum es dabei geht. Allerdings habe ich schnell bemerkt dass es viel zu umfangreich wäre und ich selbst viel zu wenig Kenntnisse davon habe.
Also verweise ich hier auf die zahlreichen Erklärungen im Internet.
Ich gebe hier auch absichtlich keine Empfehlung für spezielle Webseiten, aber wer googelt de findet.
Am vergangenem Wochenende hatte ich nun die Möglichkeit so einer Mantrailing-Prüfung des BRH beizuwohnen.
Die Prüfung erstreckte sich über zwei Tage und es stelleten sich 7 Teams den wachsamen Augen von Leistungsrichter Alfons Fieseler (dhv).
Da, wie bereits beschrieben, meine Kenntnisse in diesem Bereich sehr mager waren, fuhr ich mit einer hohen Erwartungshaltung nach Heidelberg.
Am ersten Tag stellten sich 4 Hunde der 18 – 20 Stunden alte und ca. 2 Kilometer langen Fährte um eine vermisste Familie aufzuspüren.
Leider war keiner der 4 Hunde in der Lage die Spur aufzunehmen und die Personen zu finden.
Allen Teams gelang es nicht einmal den Startpunkt in der Richtigen Richtung zu verlassen.
Meine Euphorie bekam einen ordentlichen Dämpfer.
Lag es an den Hunden oder den Hundeführern? Ich kann es nicht genau sagen, jedoch war es wohl ein Zusammenspiel beider. So kann ich mir z.B. beim besten Willen nicht vorstellen dass ein 20 Monate alter Labrador wirklich in der Lage ist so eine anspruchsvolle Aufgabe sicher zu bewältigen. Auch hatte ich den Eindruck das so mancher Hundeführer völlig überfordert war und die Signale seiner Hunde nicht wirklich deuten konnte. Aber gerade das ist ein sehr wichtiger Punkt bei einer Arbeit dieser Art.
Wie gesagt war meine Begeisterung am Ende des Tages stark gedämpft. Allerdings bekam ich Abends dann doch noch den Beweis dass Personensuche in dieser Art möglich ist. Ich durfte an einer Trainingseinheit von vier, in der Ausbildung befindlichen, Hunden teilnehmen. Alle dieser vier Hunde führten ihren Hundeführer sicher an ihr 500 Meter entferntes Ziel. Alleine das Arbeiten dieser Hunde unterschied sich völlig von dem was ich tagsüber gesehen hatte. Man konnte den Hunden ansehen das sie sich konzentrierten und intensiv Geruch aufnahmen. Selbst Gartenfeste (ja im Winter) und Sackgassen konnten die Hunde nicht aufhalten.
Am besten von allen gefiel mir eine 18 Monate alte Bloodhound Hündin (Lola). Bilder von ihr bei der Arbeit findet ihr unter www.rettungshundestaffel-warendorf.de.
Am zweitem Tag folgten dann die letzten Drei der Sieben Teams. Eigentlich kann ich es kurz machen. Es bot sich mir das gleiche Bild wie am Vortag.
Lediglich ein Hund konnte über 500 Meter der Spur folgen bevor auch er aufgeben musste.
Nach dem was ich sehen konnte und mir auch in Gesprächen bestätigt wurde, steht Deutschland im Bereich Mantrailing noch ganz am Anfang. Aber trotzdem finde ich es beachtenswert was diese Hunde zu leisten im Stande sind. Auch wenn es an diesem Wochenende nicht gelang die, zum Glück nur fiktiv, vermisste Familie aufzuspüren, möchte ich den Teilnehmern nicht absprechen das es ihnen bereits einmal gelungen ist. Muss doch jedes Team im BRH eine Vorprüfung ablegen, bevor es zu so einer Prüfung zugelassen wird. Immerhin erhält ein Team seine Zulassung für den aktiven Einsatz wenn er die Prüfung besteht. Trotzdem konnte ich mich des Gefühls nicht erwehren das es einigen Teilnehmern mehr um Ruhm und Ehre als um den eigentlichen Grund, nämlich dem Retten von Menschenleben, ging.
Auf jeden Fall werde ich die Entwicklung des Mantrailing weiter verfolgen und würde mich freuen wenn ich mal wieder die Gelegenheit hätte einer Prüfung beizuwohnen. Eine Einladung Trainingseinheiten zu besuchen habe ich jedenfalls schon. Mein Dank geht hier an Ulrike (Uli).